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Bürgermeister lenkt von eigener finanzpolitischer Verantwortung ab

Anlässlich des nicht beschlossenen Haushaltssicherungskonzeptes und der Entgleisung des Bürgermeisters in der Bürgerschaftssitzung äußert sich der FDP-Fraktionsvorsitzende René Domke:

„Darüber, dass die Hansestadt Wismar in einer finanziellen Schieflage ist, sind sich Verwaltung und Bürgerschaftsfraktionen einig. Nicht einig ist man sich hinsichtlich der Ursachen und der notwendigen Maßnahmen.
Die FDP kritisiert seit Jahren, dass die Altschulden nicht hinreichend abge-baut werden und dass nicht nur die Bürger und Unternehmen einen Konsolidierungsbeitrag zu leisten haben sondern auch die Verwaltung. Alle 12 konkreten Änderungsanträge der FDP-Fraktion und weitere Vorschläge wurden vom Bürgermeister als unbrauchbar abgetan. Die Konsequenz war das Scheitern des Konzeptes.

Der persönliche und völlig deplatzierte Angriff des Bürgermeisters auf die FDP-Fraktion, in dem er uns Liberalen ein Strangulieren der Kommunen vorwarf, ist ein Eklat. Damit hat Thomas Beyer die Tür für einen Dialog und für sein angekündigtes „Mehr. Miteinander“ zugeschlagen. Selbst wenn der Bürgermeister die Größe hätte, die er aber nicht hat, und sich entschuldigte, ist das Vertrauen nur sehr schwer wieder herzustellen.

Sachlich kann der Bürgermeister für seinen Vorwurf, die FDP habe die Kommunen mit ihrer Politik stranguliert, keinen Nachweis führen.
Unter schwarz-gelb sind den Kommunen durch sprudelnde Steuermehrein-nahmen und andere Maßnahmen, wie die Übernahme der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, zweistellige Milliardenbeträge in die kommunalen Haushalte geflossen. Wismar hat durch diese Wachstumspolitik ebenfalls mit mehreren Millionen profitiert, es aber nicht geschafft, die Steuermehreinnahmen zur Tilgung einzusetzen, sondern die Gelder ausge-geben. Dafür trägt die Verwaltungsspitze die Verantwortung.“

FDP fordert finanzpolitisches Umdenken bei Investitionen

Zur Verschuldung und angespannten Haushaltssituation der Hansestadt Wismar infolge von Verteuerungen bei Investitionen äußert sich der FDP-Fraktionsvorsitzende René Domke:

„Dass öffentliche Investitionen regelmäßig teurer werden, ist allgemein be-kannt und dennoch in vielen Fällen inakzeptabel.
Die Verteuerung der Sanierung des Stadthauses reiht sich ein in eine Vielzahl von ausufernden Sanierungs- oder Herstellungskosten in der Hansestadt Wismar.
Auch bei diesem Projekt verteuert sich das Vorhaben um mehr als 10%. Angesichts der Haushaltslage und des zwingend vorgeschriebenen Haushaltssicherungskonzeptes muss die Bürgerschaft in diesem wie auch in allen anderen Fällen rechtzeitig die Kosten deckeln und die Kostenentwicklung eng begleiten, da sie am Ende die Mittel für die Kostenüberschreitung zu beschließen und gegenüber dem Bürger zu rechtfertigen hat.

Es sollten zudem alle Anstrengungen unternommen werden, die Mehrkosten durch eine erweiterte oder geänderte Nutzungskonzeption, durch neue Fördermittel oder durch Querfinanzierung aus Einsparungen bei anderen Investitionen auszugleichen.

Die FDP-Fraktion verlangt zudem Aufklärung darüber, worauf die Mehrkosten bei investiven Maßnahmen der letzten Jahre zurückzuführen sind. Wir müssen aus diesen Erfahrungen unsere Schlussfolgerungen für die Zukunft ziehen und das Kostensteigerungsrisiko bei der Haushaltsplanung berücksichtigen. Andernfalls laufen wir Gefahr, uns mit den investiven Maßnahmen die finanzpolitischen Handlungsspielräume immer weiter einzuschnüren.“