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Sparversion des Theaters für 5 Mio. Euro?

Zur erneuten Debatte um das Raumkonzept und die Kosten für den Umbau des Theaters äußert sich FDP-Fraktionsvorsitzender René Domke:

„Nun ist die Katze aus dem Sack. Die immensen Kosten für den Theaterumbau bleiben bei 5 Mio. Euro stehen, zumindest im Moment. Was nicht gleich bleibt ist das Umbaukonzept.
Die FDP-Fraktion lag richtig mit ihrer Skepsis, dass am Ende des Abstimmungsprozesses niemand mehr eine klare Vorstellung davon hatte, wie genau das Theater nach der Millioneninvestition aussehen soll.
Heute wissen wir, dass Glaskuppel und Orchestergraben längst gestrichen waren, nur wurde von der Verwaltung versäumt, dies mitzuteilen. Es spricht vieles dafür, das Projekt Theater angesichts der neuen Erkenntnisse neu zu diskutieren.
Es ist jedenfalls nicht zu vermitteln, dass gut 2 Mio. Euro Steuergelder mehr ausgegeben werden als ursprünglich geplant, der Umbau aber nur noch eine Sparversion der ursprünglichen Planung wird.
Die Verwaltung sollte endlich alle Fakten auf den Tisch legen und dazu gehört auch ein vernünftiges Nutzungskonzept, das der zuständige Amtsleiter bis heute nicht vorlegen kann.“

Theatervertrag – Aber wo bleibt die Leistung?

Zum FDP-Antrag, den mit Rostock geschlossenen Theatervertrag nachzuverhandeln, äußert sich FDP-Fraktionsmitglied Dr. Edith Framm:

„Im Jahr 2010 wurde zwischen den Hansestädten Wismar und Rostock ein Vertrag über theaterpolitische und -wirtschaftliche Zusammenarbeit abgeschlossen und als Kooperationsvertrag zwischen dem Volkstheater Rostock und dem Theater Wismar vereinbart. Danach verpflichtete sich das Volkstheater Rostock, für 100 TEUR aus dem Finanzausgleichsgesetz, die vorher direkt an die Hansestadt Wismar flossen, pro Kalenderjahr im Theater Wismar 3 Philharmonische Konzerte, 2 Kinderkonzerte, 5 Musiktheater- (Oper/Operette) oder Ballett/Tanztheateraufführungen und 10 Schauspielaufführungen zu erbringen.

Jetzt stellt es sich heraus, dass gar nicht alle Veranstaltungen stattfanden, die im Vertrag vereinbart sind. Die Verwaltung begründet dies damit, dass am Standort Wismar nicht die technischen Voraussetzungen für alle Inszenierungen gegeben seien.

Das verschlägt dem Kulturinteressierten in Wismar die Sprache. Es mag zwar sein, dass die technischen Voraussetzungen nicht im Theater gegeben sind, aber deswegen gar kein Kulturangebot abzufordern ist ein schweres kulturpolitisches Versäumnis.

Überdies beinhaltet der Vertrag die Klausel: „Für die Zeit von 2010 – 2012 wird das Theater Wismar umgebaut. Das Angebot ist in dieser Zeit den vorhandenen Ausweichspielstätten anzupassen.“

Wenn also für den Fall des Theaterumbaus Ausweichmöglichkeiten in Betracht kommen, dann doch wohl auch in jedem anderen Fall, in dem das Theater nicht genutzt werden kann, zumal der Umbau noch nicht einmal begonnen ist.
Wismar verfügt über zahlreiche geeignete Räumlichkeiten für unterschiedlichste künstlerische Darbietungen. Es ist schlichtweg unverantwortlich, dass die an das Theater gebundenen Gelder nicht eingesetzt werden, um den Kulturraum Wismar zu stärken.
Der Vertrag ist umgehend nachzubessern, um dieses skandalöse Missmanagement abzustellen.“